Startseite > Persönliches > Analogien >

Analogien - tiefgründige Geschichten für den Hinterkopf

Die folgenden Analogien habe ich irgendwann, igendwo einmal gelesen und sie sind "hängengeblieben". Damit haben sie sich qualifiziert, auf dieser Seite zu erscheinen.

Wie man Flöhe dressiert

Flöhe können aus dem Stand etwa einen Meter hoch springen. Ein typischer Flohzirkus hat aber nur eine Umrandung von knapp 30 cm Höhe. Damit die dressierten Flöhe später nicht einfach in die Freiheit springen, wird jeder Floh erst einmal "domestiziert".

Das geht so: Über die Zirkusarena wird eine Glasscheibe gelegt und der Floh kommt in die Mitte. Er springt natürlich sofort in die Höhe und stößt mehr oder weniger schmerzhaft an die Scheibe. Je nach Durchhaltevermögen des Flohs geht das mehrere Tage so. Nachdem er genügend oft an die Scheibe gesprungen ist, steht das Weltbild des Flohs in dieser Hinsicht fest:

"Springen funktioniert nur bis zu einer Höhe von 30 cm. Darüber hinaus tut es weh."

Ab jetzt wird er nur noch knapp 30 cm hoch springen - auch wenn keine Scheibe mehr die Arena abdeckt.

Quelle: vermutlich aus einem NLP-Buch

Was für Flöhe gilt, stimmt auch für Elefanten.

In Indien werden Elefanten wie hierzulande Baumaschinen eingesetzt, das heißt sie ziehen Bäume durch den Wald oder rupfen auch mal den einen oder anderen kleineren Baum aus der Erde. Auch diese "Mitarbeiter" müssen erst geschult werden. Als sehr junge Elefanten werden sie mit einem bunten Seil festgebunden. In diesem Alter können sie das Seil nicht zerreißen. Sie lernen, dass dieses Seil stärker ist als sie.

Später, als erwachsene Elefanten, lernen sie mit einer Kette Bäume auszureißen. Um einen Elefanten zu "parken", reicht es aus, ihn mit seinem persönlichen bunten Seil festzubinden. Er hat gelernt, dass dieses Seil stärker ist als er - und so bleibt er stehen und wird nie versuchen das Seil zu zerreißen - obwohl es ein Kinderspiel für ihn wäre.

Die Frösche in der Milchkanne

Das ist eine meiner Lieblingsgeschichten: Zwei Frösche hatten sich auf einen Bauernhof verirrt und sprangen ziellos umher. Einer landete direkt in einer Milchkanne. Das war gar nicht übel und so rief er nach dem zweiten Frosch und schließlich schleckten sie beide die köstliche Milch bis sie satt waren. Sie wollten wieder aus der Kanne springen, aber das gelang ihnen nicht. Sie zappelten und strampelten, aber das war ausichtslos - die Wände waren zu glatt. Langsam dämmerte es ihnen, dass es hier kein Entkommen gab.

Der eine Frosch ergab sich seinem Schicksal. Es war einfach aussichtslos, aus dieser Falle zu entkommen. Der andere wollte nicht aufgeben. Er wusste zwar nicht, wie er hier entkommen sollte, aber einfach aufzugeben kam für ihn nicht in frage. Er strampelte und strampelte, unermüdlich. Es dauerte bis zum frühen Morgen, bis er endlich festen Boden unter sich spürte. Mir einem Satz sprang er aus der Milchkanne und er war frei. Was war passiert ?

Er hatte die Milch zu Butter geschlagen, ohne zu wissen, wie. Und das war seine Rettung.

Wieviel Erde braucht der Mensch - frei nach Tolstoi

Wer mit mir in einem Projekt war, der erinnert sich wahrscheinlich an diese Geschichte. Ich habe sie oft erzählt, wenn kurz vor einem Abgabetermin noch schnell ein neues Feature eingebaut werden sollte. Es geht um einen Tagelöhner, der auf seiner Wanderung einen reichen Grafen trifft. Der Graf ist großzügig und schlägt ihm ein Spiel vor: "Alles Land was du hier siehst gehört mir. Ich bin heute sehr gut gestimmt, deshalb will ich dir alles Land überlassen, das du bis Sonnenuntergang umlaufen kannst. Wenn du aber zu spät hier ankommst, dann ist alles verloren." Der Tagelöhner geht darauf ein. Er hat ja nichts zu verlieren. Es ist noch früh am Tag und er wird sicherlich reichlich Land für sich gewinnen können. Gar nicht gierig macht er sich am frühen Nachmittag schon auf den Rückweg. Eine fette Wiese umschreitet er noch im weiten Bogen - es ist ja noch früh am Tag.

Da sieht er am Horizont einen Hain, der auf einen Bach hindeutet. Ein eigener Wasserlauf wäre natürlich sehr wertvoll und so macht er sich auf, den Bach zu erreichen. Es ist ja noch genügend Zeit. Er erreicht den Hain und macht sich dann eiligst auf den Rückweg. Der Tag dämmert schon. Er sieht den Grafen auf dem Hügel warten und eilt bergan, um rechtzeitig wieder am Ausgangspunkte zu sein. Die Zeit wird knapp und er beginnt zu laufen. Bergauf ist das nicht leicht.

Er erreicht den Hügel gerade als die Sonne untergeht. Er hat sein Ziel erreicht - aber: Es war zu viel für ihn. Sterbend sinkt er zu Boden. Der Graf wundert sich nicht. Er hat dieses Spiel schon oft gespielt und es ist schon alles vorbereitet. Ein Stück Erde: zwei Meter lang und einen Meter breit sind genug. Er wirft den Leichnam hinein und ist zufrieden.

Wer mehr über tiefgründige Geschichten erfahren will,

der kann in google nach Milton Erickson suchen, der als Therapeut Geschichten einsetzte, wie andere eine Medizin oder ein Skalpell - oder nach Idries Shah, der Sufigeschichten sammelte oder nach Mullah Nasruddin, einem Till Eugenspiegel des Orients…

©2006 Alfred Schilkenaktualisiert am: 11.02.04 | Impressum| Sitemap | Kontakt | powered by phpcms.
Translate this page with Google | Druckversion