Anfänge als Systemprogrammierer
Die Schule, an der ich mein Referendariat durchführte, war ein Humanistisches Gymnasium, das bedeutete für mich: kein Rechner weit und breit und eine vernachlässigte Physiksammlung. Als Lehrer standen die Chancen sowieso schlecht und die Industrie lockte mit interessanten technischen Aufgaben. Nach der Hälfte eines nervigen Referendariats bewarb ich mich als Systemprogrammierer in der Industrie. Das Thema der Examensarbeit war dabei sehr hilfreich.
Unter den drei Firmen, bei denen ich mich beworben hatte, war auch Linotype in Eschborn. Hier arbeitete ich mehr als drei Jahre in der Entwicklungsabteilung für Fotosatzbelichter. Anfangs programmierte ich Prime Minicomputer in Assembler. Bald konnte ich auf 68000-Assembler und sogar schon die Programmiertsprache C umsteigen. Hardwarenahe Aufgaben waren mein Lieblingsthema. In der engen Zusammenarbeit mit Ingenieuren, die Steuereinheiten für Motor und Lasersteuerung entwickelten, konnte ich mein Wissen aus der angewandten Physik einbringen.
Neben der Arbeit als Systemprogrammierer reizte mich das Thema Mikroprozessor immer mehr. Commodore 64 und Atari 400 waren erschwinglich geworden und dienten als Plattform für kleine Basic-Entwicklungen. Der Atari ST schließlich brachte einen richtigen C-Compiler mit und machte Spaß hiermit zu experimentieren.
Nachdem die Personalabteilung meinem Wunsch nach einer 4-Tage-Woche nicht nachkommen wollte - ich brauchte immer mehr Zeit für meine privaten Studien - kündigte ich meine feste Anstellung und begann als Freiberufler zu arbeiten. Mein erstes Projekt bei SCG in Bensheim dauerte 18 Monate. In einer 3-Tage-Woche erweiterte ich die Testprogramme für die von SCG selbst hergestellten Bildverarbeitungssysteme. Ausserdem portierte ich den gesamten Testrahmen von Fortran in meine neue Lieblingssprache C.
